Flow

Coming-of-Age war mir schon immer fremd. Ich habe Existenz immer schon als einen Flow empfunden und was mir bei Gleichaltrigen an Rituellem während der Pubertät misstrauisch machte, hat sich für mich später in ihrem sozial induzierten Ein- und Ausüben von immer enger Denk- und Verhaltensmustern (“Fokus”) bestätigt: das Herdentier und seine kollektive Sentimentalität für vergehende Zeit. Zeit wird für mich zum immer grösseren Thema, je mehr ich sehe, dass ich mich diesen Muster und Spaces nicht öffnen kann oder will. Mit dem zunehmenden Mich-der-Welt-Aussetzen habe natürlich auch ich viele Schritte in die Welt des kollektiven Erlebens getan, aber letztendlich bleibe ich in einer relativ kompromisslos kommunizierten Selbstverständlichkeit bei mir und in mir. Das Soziale kommt immer danach.

Das hatte und hat natürlich eine entsprechende Hermetik zur Folge, unter der ich nicht selten gelitten habe. Aber die Eigenständigkeit war immer stärker und hielt mich im Innersten von dem Anderen fern.

Ich genoss in seltenem Masse das Leben in Italien, weil die Kultur in ihrer ausgesprochenen Soziabilität als Gegenpol zu meinem etwas autarken Wesen in hervorragender Weise entsprach. Es war ein fruchtbares Geben und Nehmen. Und ich litt so oft in meiner Schweizer Secondo-Heimat, weil die lokale Kultur genauso verschlossen und eigenbrötlerisch ist wie ich selbst. Gegenläufige Partner, die einander viel Energie abtrotzten.

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