Zeit

Acht Jahre fres.ch ist eine lange Zeit. Was ist Zeit? Zeit ist das, was wir genauso wenig erfassen können wie Raum. Beides hats viel zu viel um uns herum, hinter uns und vor uns. Links und rechts sind die Möglichkeiten, wie wir uns in der kommenden Zeit verhalten könnten. Viele aber gehen einfach geradeaus, denn die, die links und rechts schauen und eine andere Richtung einschlagen, können auf diesem Pfad ganz schön auf die Nase fallen. Gewisse Aspekte der Lebensrealität hätten wir uns vor acht Jahren natürlich im Traum nicht vorstellen können. Vieles kam anders, einiges blieb gut. – Gut: war es das früher? Gefahr der Verklärung? – Nun, die erlebte, erfasste Komplexität war wesentlich tiefer, die Brüche in der Gesellschaft waren nicht so offenbar, die grausame Banalität der Arbeits- bzw. Geschäftswelt noch nicht präsent. Vieles kam anders, wurde anders. Wir wurden anders, wir wurden integriert, oder halt nicht. Auswirkungen hatte das so oder so. Die Brüche in der Gesellschaft und die Banalität der Grundstrukturen des Business zeigten sich bald in unseren Leben, in unserem Geist. Man reflektiert halt die Realität, in der man sich bewegt. In dieser Realität ist aber nicht der wache Geist bestimmend, sondern die Trägheit der Masse, die sich langsam, aber unweigerlich in eine nicht selbstbestimmte Richtung bewegt wie eine grosse Herde Affen. Es muss einen Weg geben, sich zu lösen. Die Masse ist nicht böse, sie ist einfach nur Masse: viele viele Menschen, die Hirnfunktionen an das Kollektiv weitergegeben haben. Intellektuelle Kraft fehlt an allen Ecken und Enden, darum werden Regeln aufgestellt und befolgt. Auf allen Stufen wird spontan organisiert, über viele Jahre alles eingeschliffen, die Messer gewetzt, dann getötet, dann wieder neu aufgebaut und verdrängt, vergessen, dann wieder hervorgeholt und neu interpretiert. Wahnsinnig raffiniert, so eine Gesellschaft: all diese Aktivität und Struktur, diese Werte und Innovationen. Und doch: die Natur, der Mensch, Gott, die Tiere und die Pflanzen, das Dasein und die Liebe, das sind alles viel wichtigere Dinge als all diese vielen Menschen, die sich so toll organisieren, Dinge entwickeln und Regeln erfinden. Und drum müssen die, nebenher gehen, den Menschen das zeigen, damit sie es nicht vergessen ob all der Selbstreferenzierung. Danke, fres.ch!

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