show

show gehört auf die bühne, da ist sie daheim. politik ist aber nicht gut auf der bühne, diese erkenntnis hat die schweiz bis jetzt in sich getragen, die politik nicht zum theater gemacht. der medial vermittelte (schlechte journalisten sind die helden der sekundärleistung, gute denken mit) und von der svp gepushte (stimmenfang mittels verwechslung des stammtischs mit den medien/pr) topos der mangelnden transparenz z.b. im bundesrat, in der verwaltung geht eben auch gegen die stillen schaffer, von denen die ch-politik lange geprägt war. die müssen nicht unbedingt immer gut sein, da kanns natürlich auch schlechte dabei haben, aber wenigstens müssen sie nicht einen unnötig hohen anteil ihrer ressourcen auf die öffentlichkeitsarbeit verwenden. wenn nun die partei-interne kontrolle, die die entsprechenden parteimitglieder zu kandidaten und dann zu parteiführern, regierenden oder legislierenden macht, versagt (wie z.b. im fall doris fiala), und dann etwas doofes passiert, dann geht natürlich das vertrauen in die politik den bach runter und die forderung steht plötzlich da, die politik transparenter zu machen. dass öffentlich zelebrierte politik noch wesentlich ressourcenhungriger und verlogener sein kann, beweisen die ebenso einfachen wie schönen beispiele schröder, berlusconi, bush.

in der res publica geht es immer um die frage, was das beste für den staat und seine bürger ist. einzelne politiker und parteien müssen ihre interessen in dieser frage immer zwingend hintanstellen.

die probleme der schweiz in dieser hinsicht sind das desinteresse des volkes an der politik (siehe z.b. wahl- und abstimmungsbeteiligungen, heute von vielen speziell jüngeren leuten als mühselige sache angesehen) und die falsche, da kontraproduktive reaktion der svp auf die erkenntnis, dass diesem land aus vielen verschiedenen gründen dieser politische sinn, das bewusstsein des privilegs einer direkten demokratie verlorengeht. miliz ist gut, braucht aber viel zeit. die wirtschaft, vor allem die unternehmen mit globaler ausrichtung, ist an miliz wenig interessiert.

eine chance wäre eine forcierte gesellschaftliche und politische integration von ausländern, die angesichts der ch-geburtenrate so oder so die zukunft der schweiz massiv mitgestalten werden, wollen wir keinen wirtschaftlichen und sozialstaatlichen kollaps. da können der ueli und der toni so lange jammern, wie sie wollen. leider können sie nicht den foifer und s weggli haben! wir haben es hier mit einfachen sachzwängen zu tun.

viele veränderungen, alles ist im fluss, und drum muss man aufpassen, damit man vor lauter ideologie und eigeninteressen nicht im rechen landet.

3 Responses to “show”

  1. admin Says:

    ach ja, und: es gibt weniger böse als dumme und schwache!

  2. odysseus Says:

    > dieser spruch wird meistens von den bösen verwendet, um an der macht zu bleiben. Als denkanstoss aber fein.

    Ein weiterer Sachzwang ist, die Existenz der TV-Show-Bühne. Da kann man noch so jammern, über die substanzlosen Medienperformances von Fiala und Blocher – wir sind in sachen massen Medien-Theater im wilden Westen angelangt. Der medialen Hegononmie können wir Schweizer uns (leider) nicht entziehen.
    Das Gegenmittel kann nicht das Neglegting sein, sonder nur Pro-aktiv Intelligent Starkes Showen eines anti-Showens sein. > von mir aus also auch die mediale Präsenz des stillen Schaffers, der gutes tut, über den viel gsprochen wird.

  3. admin Says:

    “fres.ch sollte eine Schule solchen Handelns sein, das Forum, auf dem es sinnvoll wird, anderen Menschen zu begegnen, ohne dass gleich der zwanghafte Wunsch hinzuträte, sie als Personen kennenzulernen.“

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